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PARTICIPATORY AND SITE-SPECIFIC ART IN PUBLIC SPACE

Das Kurzfilmfestival „Kiezkieken“ […] räumt mit so manchen Klischees auf […] von dokumentarischen Momentaufnahmen und Porträts über skurrile Geschichten bis hin zu historischem Filmmaterial. Eva Kalwa: Wie lebt es sich im Kiez?, Tagesspiegel.

[…] als wir uns mit Narges und Fatima trafen, um uns diese Geschichten über Freundschaft anzusehen, erzählten sie uns, dass auch sie die Geschichte ihrer eigenen Freundschaft teilen wollten. Eine Geschichte, die zu diesem Zeitpunkt erst von einer Handvoll Menschen gesehen worden war, hatte bereits den Weg für das Teilen neuer Stimmen und neuer Worte geebnet. Dr. Burcu Şenel Alpuğan über ihre Feldforschung zu Woman.Life.Story. In: ROADS, DILEMMAS AND DREAMS: DIGITAL STORIES FROM REFUGEE WOMEN. (Zitat übersetzt aus dem Türkischen | ISSN: 2148-970X).

27 Stangen aus Edelstahl erinnern künftig in der Gedenkstätte Sachsenhausen an die Ermordung von ebenso vielen Widerstandskämpfern. […] Sie sind von unterschiedlicher Länge und Breite, je nach Lebensalter und Haftdauer der Opfer. «Jede Stange hat ihren eigenen Klang und schafft für die Angehörigen und Besucher ein Individuelles Andenken» sagte Künstlerin Eva Susanne Schmidhuber. Klingendes Denkmal für Widerstandskämpfer in Sachsenhausen, dpa / Die Welt.

Eva Susanne Schmidhuber realisierte verschiedene Kunstwerke im öffentlichen Raum, darunter das Denkzeichen Klang der Erinnerung in der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen und Wilde Möhre im Berliner Bergmannkiez. Als Raumstrategin (M. A., Kunsthochschule Berlin Weißensee) ist sie spezialisiert auf site-specific art und gilt als Expertin im Bereich der participatory art. Fundament ihres Werks ist eine fast zwanzigjährige Erfahrung in der Konzeption und Leitung künstlerischer Teilhabe-Projekte. Das von ihr gegründete Kurzfilmfestival kiezkieken bot eine Plattform für filmischen Austausch über das Berliner Kiezleben. In Woman.Life.Story vernetzten sich geflüchtete mit nicht-geflüchteten Frauen und verbreiteten über Digital Storytelling ihre Geschichten. In GroßstadtDschungel entdeckten Kinder mit Bildungsbenachteiligung über fünf Jahre Berliner Wildpflanzen und Wildtiere. Bei Kunstopie entwickeln die Teilnehmenden Handlungsstrategien gegen Ausgrenzungserfahrungen wie durch einen Girl Power Rap.
In Filmen, Fotografien, Interventionen, Wandarbeiten und Skulpturen setzt sich Schmidhuber mit dem urbanen Raum auseinander und reflektiert gesellschaftliche Strukturen. Sie nutzt das Serendipitätsprinzip als künstlerische Strategie. Indem sie mit kontrolliertem Zufall und Improvisation spielt, setzt sie flexiblen Widerstand gegen starre Machtverhältnisse ein. Deren architektonische Repräsentation dekonstruiert sie durch subtile Einschreibungen wie Klang, Gravuren oder wachsende Pflanzen. Sie verwendet zukunftsweisende Materialien wie CO2-neutralen Beton mit Pflanzenkohle oder biobasiertes PLA. Ihre Technik basiert auf Bewegung als persönlicher und transformativer Kraft, die Unsichtbares sichtbar macht. Durch Vergrößerungen, Langzeitbelichtungen und Visualisierungen elektromagnetischer Wellen übersetzt sie flüchtige Prozesse in eine widerständige Ästhetik. Themenschwerpunkte sind Empowerment, Artenvielfalt, Migration und Erinnerungskultur.

Eva Susanne Schmidhuber is a visual artist specialized in site-specific and participatory art. She realized works in the public sphere such as Sound of Remembrance at the Sachsenhausen Memorial and Museum. She holds an M. A. in art in context from the Weißensee School of Art Berlin and a B. A. in cultural studies from the Humboldt University of Berlin. She engages with urban space and reflects social dynamics through the mediums of film, photography, mural, and sculpture. She uses participation and the serendipity principle as an artistic strategy setting chance as a form of resistance against discriminatory power structures, prejudices and dogmatic certainties. Her technique is based on movement as a personal and transformative power that renders the invisible visible – for example through visualizations of electromagnetic waves. Her themes encompass empowerment, diversity, and the culture of remembrance.

Eva Susanne Schmidhuber, VG Bild-Kunst, Bonn 2026.

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